Knorr's Lamahof

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Neuweltkameliden bei den Inkas

 

Der Viehwirtschaft kam im Hochland von Groß-Peru eine außerordentliche Bedeutung zu. Seit undenklichen Zeiten wurden die Lamas und Alpakas von den Bewohnern der Hochtäler gezüchtet. Die Tiere fanden dort ihre Lieblingsnahrung, das harte Ichu-Gras. Durch die Tierzucht gewannen die Hochlandindios

  • Fleisch
  • Wolle
  • Felle
  • Leder
  • (aus dem Dung) ihr Heizmaterial

Infolge der großen Mengen des wildwachsenden Ichu-Grases mussten sich die Lamazüchter nicht mit dem ständigen Aufsuchen neuer Futterplätze befassen. Im Inkareich beschäftigten sich zahlreiche Hirten als Treiber, da die Lamas -- als ausgezeichnete Lasttiere -- für die großen Warentransporte eingesetzt wurden, ferner während der Feldzüge Nahrungsmittel und Kriegsmaterial beförderten (Bei einer Traglast von höchstens 40 kg legen diese Tiere 15 bis 20 km im Tage zurück).

Daneben spielten die Lamas auch als Opfergabe eine wichtige Rolle, wie aus zahlreichen Grabfunden hervorgeht. Nur bei besonderen Anlässen war es gestattet, einzelne Tiere zu schlachten. Das unerlaubte Töten eines Muttertieres wurde streng geahndet.

Aus der groben Lamawolle wurden Säcke oder Decken hergestellt. Die feinere Wolle der Alpakas diente zur Verarbeitung von Kleidern.

In der Zeit der Inkaherrschaft gehörte der größte Teil der Herden dem Kaiser, der aus diesem «Staatseigentum» verdiente Beamte oder tapfere Krieger beschenkte.

Weitere Tiere der Cameliden-Gattung waren das Vikunja (wegen seiner feinen Wolle sehr geschätzt) und das Guanako (berühmt für sein schmackhaftes Fleisch). Die Treibjagden auf diese wildlebenden Tiere unterstanden strengen Regeln. Von Zeit zu Zeit durfte in den Provinzen des Reiches eine Jagd (Chacu) abgehalten werden. Eine solche Chacu fand erst nach dem Wurf der Jungtiere statt und erforderte Tausende von Treibern, die in einem riesigen Umkreis die Jagdtiere nach einem Mittelpunkt vor sich her trieben. Der Hauptzweck des Unternehmens war neben der Fleischgewinnung das Scheren der zusammengetriebenen Vikunjas und Guanakos. Nachher wurden die Weibchen wieder freigelassen, dazu ließen die Jäger eine angemessene Zahl von gesunden männlichen Tieren wieder laufen, damit die Fortpflanzung sichergestellt blieb. In gleicher Weise wurde mit den eingefangenen Rehen, Hirschen und Damhirschen verfahren. Die übrigen Tiere töteten die Jäger, und aus der ungeheuren Menge an essbarem Fleisch stellte man Charqui (Trockenfleisch) her, das zur Aufbewahrung in die Lagerhäuser gelangte. Den Rest der Beute verspeisten die Jäger bei einem großen Festmahle. Der Chronist dieses Berichtes, Garcilaso de la Vega, berichtet außerdem:

«Diese Treibjagden wurden nur alle vier Jahre in den einzelnen Landesteilen veranstaltet, da man von einer Jagd zur anderen eine entsprechende Frist verstreichen ließ. Die Indianer sagten nämlich, dass in der Zwischenzeit die Wolle des Vikunjas wieder voll nachwachsen würde und dass sie es vorher nicht scheren wollten. Inzwischen hätten die Tiere wieder Zeit gefunden, sich zu vermehren, und sie würden auch wegen dieser Schonzeit nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen wie bei einer jährlichen Treibjagd ...»"

 

Tierisches
Lustiges

 

 

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